Praxisphilosophie

Ein Psychotherapeut, wenn man den Begriff wörtlich übersetzt (griechisch psyche: die Seele, und therapeúein: pflegen, sorgen) ist ein sich um die Seele eines anderen Menschen sorgender, ein „Seelenpfleger“.

Im Zentrum meiner Arbeit als Seelenpfleger steht der Begriff „Salutogenese“.

Geprägt wurde er von dem amerikanisch-israelischen Medizinsoziologen                                Aaron Antonovsky abgeleitet von dem lateinischen Wort für Gesundheit „salus“ und  dem griechischen Wort für Entstehung „genesis“. Es geht dabei in der Hauptsache darum, wie Gesundheit entsteht, wie sie am besten erhalten wird und welchen Nährboden sie braucht, um wachsen zu können .

Gesundheit und Krankheit schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern sind  jeweils Pole eines eigenen Kontinuums (es besteht ein räumlicher, zeitlicher Zusammenhang). Näher am „Gesundheitspol“ ist, wer über Kohärenzsinn (Sinn für Verbundenheit) und das Kohärenzgefühl (Zugehörigkeitsgefühl, tiefes Vertrauen) verfügt.

Die Kohärenz steht im Wesentlichen auf drei Säulen, wobei die dritte die bedeutendste darstellt:

  • Verstehbarkeit: Der Mensch kann seine eigene Umwelt begreifen und verstehen, die Abläufe seines Lebens sind für ihn nachvollziehbar
  • Handhabbarkeit: Der Mensch lernt, dass er Anforderungen aus eigener Kraft bewältigen kann, damit entsteht eine nachhaltige Ressource. Er kann seine eigenen Bewältigungsstrategien entwickeln und erproben.
  • Sinnhaftigkeit: „Wer ein Wofür im Leben hat, der kann fast jedes Wie ertragen.“
    (Friedrich Nietzsche).
      Kann der Mensch einen Sinn darin erkennen eine Situation zu bewältigen oder sieht er eine Sinnhaftigkeit der Situation an sich, fällt es ihm leichter sich darauf einzulassen und ihr entgegen zu treten.

Gestärkt wird das Kohärenzgefühl durch verschiedene Widerstandsressourcen, d.h. welche Quellen der Gesundheit hat ein Mensch bereits (körperliche Faktoren, Intelligenz, soziale Bindungen, finanzielle Stabilität, Interessen usw.) aus denen er schöpfen kann, um mit verschiedenen Stressoren (psychosoziale, physikalische und biochemische) umzugehen.

Wenn es gelingt, schwierige Situationen nicht als Überforderung,  sondern als willkommene Herausforderung zu betrachten, die es sich anzunehmen lohnt, hat man erfolgreich der Salutogenese Vorschub geleistet.

Die Salutogenese versteht Gesundheit als fliessenden Prozess, nicht als Zustand. Dabei möchte ich Sie gerne begleiten und unterstützen.

Damit diese Fortentwicklung eine erfreuliche Richtung nehmen kann, verquicke ich in meiner Praxis die unterschiedlichen Verfahren miteinander. Jede Methode für sich genommen ist bereits effektiv; werden sie auf sinnvolle Weise miteinander verbunden, entsteht eine wundersame Synergie.

„Das Leben ist ein Fluss, jeder Mensch ist anders, irgendwas ist immer.“

Diese einfache, nachvollziehbare Gesetzmäßigkeit hat mir ein sehr weiser Mann mit auf den Weg gegeben. Es vergeht kein Tag, an dem ich sie nicht bestätigt sehe…